Zuzahlung

Der Entfall der Praxisgebühr in der Arztpraxis für gesetzlich versicherte Patienten ab Januar 2013 betrifft nicht die Zuzahlung für Heilmittelverordnungen, z.B. in Ihrer Massage-, Physio- und Ergotherapiepraxis.

Die fällige Zahlung aufgrund einer Heilmittelverordnung ist keine „Praxisgebühr“ sondern eine Zuzahlung und ist im Sozialgesetzbuch V geregelt (§ 32 Abs. 2 i. V. m. § 61 Satz 3 SGB V).

Gesetzlich ist festgelegt, dass Sie für Heilmittelverordnungen eine Zuzahlung in Höhe von 10% des Rechnungsbetrages, sowie eine Rezeptgebühr in Höhe von 10 Euro (pro Verordnung) leisten müssen.

Dieser Betrag verbleibt nicht bei uns, sondern wird an die Krankenkasse abgeführt!

Die Rechnung für Ihre Zuzahlung stellen wir Ihnen „nach getaner Arbeit“, nicht bei Antritt Ihrer Therapie. Sie erhalten von uns eine Rechnung mit Zusammenfassung Ihrer Behandlungsmenge („Einheiten“), Ausstellungdatum der Verordnung, Behandlungsart(-en) lt. Verordnung, Gebührensatz und Gesamtbetrag. Welche Sie per Überweisung oder bar begleichen können. Selbstverständlich wird dies quittiert.

Folgende Personengruppen sind von der Zuzahlungsregelung grundsätzlich nicht betroffen:
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren (sogar wenn sie ein Einkommen haben), Privatpatienten, Versicherte der freien Heilfürsorge, Unfallverletzte (BG, Gemeindeunfallversicherung), Postbeamtenkasse A, Versicherte der freien Arzt- und Medizinkasse (Hessen) oder Patienten mit Befreungsbescheinigung der Krankenkasse (s. unten).

Die Zuzahlung des Rezeptwertes kann je nach Krankenkasse und natürlich nach verschriebener Behandlungsart variieren, .z.B. mit oder ohne Hausbesuch, motorisch-funktioneller oder sensomotorisch-perzeptiver Behandlung usw.

Beispiele (Februar 2021):

Ergotherapie Primär- und Ersatzkassen

10 % Selbstbeteiligung je Behandlungszahl

Einzelbehandlung in der Praxis bei motorisch-funktionellen Störungen – Preis pro Behandlung 3,90 €

Einzelbehandlung in der Praxis bei sensomotorisch-perzeptiven Störungen – Preis pro Behandlung 5,25 €

Hausbesuch 1,33 €

Pro Verordnungsblatt zusätzlich 10 € Zuzahlung.

Wann Sie eine Zuzahlungsbefreiung beantragen können?

Für Zuzahlungen gilt eine Höchstgrenze: Sie müssen maximal 2% Ihres Bruttoeinkommens für Zuzahlungen aufwenden, und zwar für alle Zuzahlungen, d. h. für Ergotherapie/Krankengymnastik/Physiotherapie, für Hilfsmittel wie Einlagen oder Brillen, Krankenhausaufenthalte etc..

Heben Sie daher alle Quittungen gut auf. Wenn 2% Ihres Jahresbruttoeinkommens durch Zuzahlungen erreicht sind, können Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Befreiung beantragen.

Chronikerregelung: Für chronisch Kranke (Definition: Ein nachgewiesener Arztbesuch pro Quartal aufgrund derselben Krankheit plus entweder: Pflegestufe 2-3 oder Grad der Behinderung mind. 60 % oder Minderung der Erwerbstätigkeit mind. 60 % oder kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich) gilt eine Zuzahlungspflicht von max. 1 % des Jahreseinkommens.

Genauere Informationen hierzu bekommen Sie auf Anfrage bei Ihrer Krankenkasse und im betanet.

Krankheitskosten über die Steuererklärung absetzen

Der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) empfiehlt allen Steuerpflichtigen, alle Krankheitskosten (Zuzahlungen zu Heilmitteln, Arzneimitteln, Praxisgebühren, stationären Krankenhausbehandlungen, Rehabilitation und Aufwendungen für Zahnersatz) bei der Steuererklärung mit anzugeben (Quelle: http://www.up-aktuell.de/news; Abruf 29.07.2011)

Stand: Februar 2021